WHO Grenzwerte
EU plant strengere Luftqualitätswerte bis 2030

Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa. 96% der Stadtbevölkerung war 2021 Feinstaubkonzentrationen (PM2,5) ausgesetzt, die über dem neuen Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Höhe von 5 µg/m3 lagen. Der derzeit noch gültige offizielle EU-Grenzwert liegt deutlich höher bei 25 µg/m3 – das soll sich nun ändern. Doch für niedrigere Grenzwerte bedarf es auch entsprechend exakter Messtechnik, wie der von Palas: besser als der Standard und präziser als gefordert.

Neue Messergebnisse der WHO zur Luftqualität in 2022

Geschätzt 99% der Weltbevölkerung atmen Luft, die die WHO-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid übersteigt, heißt es im aktuellen Bericht der Organisation vom 4. April 2022. Die Angaben der WHO fußen auf Messdaten aus mehr als 6.000 Städten in 117 Ländern. Jedes Jahr sterben nach Angaben der WHO mehr als sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung. 2021 konnte kein Land die WHO-Grenzwerte für Luftverschmutzung einhalten, in einigen Städten wurden sie sogar um das Zehnfache überstiegen. Erst 2021 hat die WHO – nach mehr als 15 Jahren – neue Richtlinien für die Luftqualität mit niedrigeren Grenzwerten für die Schadstoffe PM2,5 (Feinstaub mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer), PM10 (Feinstaub mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer), NO2 (Stickstoffdioxid), O3 (Ozon), SO2 (Schwefeldioxid) und CO (Kohlenstoffmonoxid) veröffentlicht. Doch die von der WHO ausgegebenen Richtlinien sind lediglich Empfehlungen und die EU-Luftqualitätsstandards sind deutlich weniger streng als die der WHO.
Die Europäische Kommission hat sich für 2030 zum Ziel gesetzt, die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch Feinstaub (PM2,5) im Vergleich zu 2005 um mindestens 55 % zu senken. Hierzu sollen die Luftqualitätsrichtlinien der EU überarbeitet und an die neuen WHO-Empfehlungen angepasst werden.

Die Lösung von Palas – auf Präzision kommt es an

Zuverlässige Messgenauigkeit wird damit noch wichtiger als zuvor, um geeignete Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt treffen. Konventionelle Techniken wie z.B. gravimetrisches Auswiegen von Filtern stoßen hierbei an ihre Grenzen, was vor allem bei geringen Schadstoffbelastungen größere Messungenauigkeiten verursacht.
Die zertifizierten Messgeräte der Firma Palas hingegen bieten hier die notwendige Präzision und Zuverlässigkeit. Durch modernste optische Messtechnik, die optische Lichtstreuung an einzelnen Partikeln misst, zählen Palas-Messgeräte jeden einzelnen Partikel in der Luft. Dr Frederik Weis, Head of R&D bei Palas, vergleicht die Präzision der Palas-Geräte folgendermaßen: „Vereinfacht gesagt: Wenn Sie 5ml Flüssigkeit mit einem 1l Messbecher (oder größer) abmessen möchten, wird das Ergebnis sehr vage sein. Wir setzen daher auf das zählende Einzelpartikelmessverfahren, denn das garantiert uns und unseren Kunden exakte und zuverlässige Daten; auch bei geringeren Grenzwerten. Das ist unser Anspruch an Qualität.“ So sind auch bei sehr geringen Partikel-Konzentrationen präzise Ergebnisse und vertrauenswürdige Daten garantiert.

Sahara-Staub auf La Palma

Feinstaubelastung in Echtzeitmessung sichtbar

Der sogenannte Calima ist eine Wetterlage, bei der Sand aus der Sahara die Kanaren umweht, was die Luft völlig trüben kann. Er erscheint bis zu zehnmal im Jahr und kann von wenigen Tagen bis zu einer Woche oder länger anhalten. Der Wüstenstaub hat große Auswirkungen auf das Ökosystem – zu Wasser und zu Lande.

Nur wenige Wochen, nachdem sich der Vulkan auf La Palma beruhigt hat, ist die Insel dem nächsten schweren Feinstaubereignis ausgesetzt: Winde des Sturms Calima bringen riesige Mengen an Saharastaub auf die Insel.
Wie von der lokalen Behörde AEMET vorhergesagt, konnten der Anstieg der Feinstaubpartikel in Echtzeit auf der Palas MyAtmosphere-Plattform für alle AQ Guard Smart Stationen nachvollzogen werden: Werte von > 2000 Mikrogramm/m³ wurden gemessen.

Palas Gerät zur Echtzeit-Luftmessung in China getestet

Ein Meilenstein in der Messtechnik

Das Shanghai Environmental Monitoring Center (SEMC) ist für die Überwachung der Umweltqualität, der Emissionsquellen, des Wassers, der Atmosphäre sowie der ökologischen und biologischen Umwelt der Stadt zuständig. Für seine fortschrittliche Arbeit erfährt es dafür die höchste Anerkennung in China. Hochpräzise Messungen sind als Grundlage unerlässlich. Daher entschied das SEMC, das Messgerät Palas® AQ Guard Ambient für einen Feldtest im Rahmen der Sonderaktion zur Messung der Umweltverschmutzung im Herbst und Winter 2021 in Shanghai einzusetzen. Die Vorteile überzeugten in China auf ganzer Linie: Echtzeitmessung der Luftpartikelmenge, der Partikelgröße im Sekundentakt in Verbindung mit Videoüberwachung.

Live-Datenübertragung während mobiler Messung

Der AQ Guard Ambient lässt sich dank seines kompakten Designs leicht an einem Fahrzeug anbringen. Während der mobilen Echtzeitüberwachung sendet das Gerät jede Sekunde Messdaten an die Datenplattform.

Mobile Luftqualitätsüberwachung in Echtzeit für die SMEC

Echtzeitmessung im Sekundentakt

Die Palas® AQ Guard Technologie bietet dem SEMC neben der Messung der Partikelanzahl in der Luft auch die Möglichkeit, die Partikelgröße in der Luft zu bestimmen – und das alles im Sekundentakt. Durch eine installierte Kamera ist zudem sichtbar, woher der Anstieg der Luftpartikel stammen kann, was einen entscheidenden Fortschritt bei der Analyse bietet. 

Die Daten zeigten an einigen Stellen während der Testfahrt einen starken Anstieg der Partikelmenge. Dank der Messtechnik des AQ Guard Ambient konnten die Forscher erkennen, dass es sich überwiegend um PM10-Partikel handelte. Bei der Sichtung des Videos wurde deutlich, dass die Partikel von einer Baustelle stammten, die mit dem Fahrzeug passiert wurde. Bei den gemessenen Partikeln handelte es sich hauptsächlich um Staub. In einer anderen Situation stieg der Anteil der PM2,5-Partikel direkt an. Nach der Prüfung des Videos stellte sich heraus, dass dies auf die Emissionen von Pkws und Lastwagen auf einer stark befahrenen Straße zurückzuführen war.

Schritt 1: Der AQ Guard misst die Partikelanzahl in der Luft

Schritt 2: Der AQ Guard veranschaulicht die Anteile der verschiedenen Partikelgrößen an der Gesamtmenge

Ein Meilenstein in der Echtzeitüberwachung

Am Ende der Testfahrt erhielten die Forscher ein klares Bild von der Luftqualität. Dank der Kombination aus Messung der Partikelmenge, der Partikelgröße, der Echtzeitdaten und der Videoüberwachung konnten Wirkung und Ursachen definiert werden. Als Anerkennung für die Testleistung des AQ Guard Ambient stellte die SMEC dem Palas®-Team ein offizielles Zertifikat aus.

AQ Guard Ambient: Überwachung der Außenluftqualität

Vorteile:

  • Technologie auf Basis der TÜV-zertifizierten Fidas® 200 Serie (EN16450 und MCERTS)
  • Simultane Messung von Cn, PM1, PM2,5, PM4 und PM10
  • Hohe Genauigkeit durch fortschrittliche Algorithmen
  • Langzeitstabilität durch Selbstkalibrierung für Durchfluss-, Partikel- und gasförmige Schadstoffmessungen
  • Betrieb mit AC, DC oder Power-over-Ethernet

Anwendungen:

  • Industrie: Produktionsprozess, Schüttguthandling (Mischen, Entladen, Lagern, Verpacken, usw.) und Überwachung der Fabrikgrenzen
  • Baustelle: Straße, Bahn, Abrissarbeiten
  • Gebäude: Schulen, Kindergarten, Krankenhäuser, Hotels, Büros, öffentliche Einrichtungen
  • Wohngebäude in der Nähe von Baustellen oder anderen kontaminierten Gebieten
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Flughäfen, Bahnhöfe, Straßenbahn- und U-Bahn-Stationen, Kreuzfahrtschiffe, Taxis

Palas liefert wichtige Messdaten bezüglich des Vulkanausbruchs auf La Palma

Nächtlicher Vulkanausbruch über La Palma, Einsatzort für Messungen der Tochterfirma Palas

Unser Tochterunternehmen Palas berichtet über ihre Arbeit auf der Vulkaninsel La Palma.

Eine Zusammenfassung finden Sie unter der neuen MyAtmosphere Website von Palas:
Ein kurzes Resümee von unserer Reise nach La Palma

Es war eine aufregende Reise. Angefangen bei der Ankunft auf La Palma: Einige Kollegen mussten den Umweg über Teneriffa nehmen, da der Flughafen wegen der Asche geschlossen war.
Wir haben viele Facetten von La Palma kennengelernt. In manchen Gegenden haben wir den Vulkan gar nicht bemerkt, nicht gesehen, keine Auswirkungen gespürt. Alles fühlte sich normal an.
In anderen Gebieten hatten wir den Vulkan immer im Blick – rauchend und speiend. Straßen, Dächer und Autos waren mit schwarzer Asche bedeckt. Container voller Asche standen am Straßenrand. In einer Nacht wurden wir von einem Erdbeben geweckt.
Aber insgesamt sind wir sehr zufrieden: Die Installation des AQ Guard Smart verlief reibungslos – dank eines tollen Teams, das hervorragend zusammengearbeitet hat. Wir konnten sofort die Messdaten über die Datenplattform MyAtmosphere einsehen und erste Erkenntnisse gewinnen.
Die Rückreise gestaltete sich leider abenteuerlich. Wieder mussten wir wegen des Aschedunstes auf den Flughafen von Teneriffa ausweichen. Also nahmen wir die Fähre, dann den Alternativflug nach Frankfurt und am Samstagabend waren wir alle wieder zurück zu Hause.
Mehr zu den Messwerten und unserer Einschätzung zur Luftqualität vor Ort werden in Kürze veröffentlicht.

Redaktionsnetzwerk Deutschland RND:
Prüfchaos bei FFP2-Masken

Menschen mit FFP2-Masken steigen in S-Bahn ein und aus

Es ist derzeit vor aller Munde: Das Filtering Face Piece vom Typ 2. Auch FFP2-Maske genannt. Sie soll in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen getragen werden, um Corona-Ansteckungen zu verhindern. In Bayern ist sie sogar Pflicht. Doch wie wirksam ist sie wirklich? Tests zeigen, dass Halbmasken mit der offiziellen Zulassung teilweise mehr als 30 Prozent der Viruspartikel durchlassen können. Die Ursache dafür ist der Prüfstandard.

„FFP2-Masken filtern mindestens 94 Prozent der Aerosole“, so die Bundesregierung. Doch für Maximilian Weiß, Geschäftsführer der Firma Palas, ist diese Aussage zu pauschal: „Nicht alle Masken schützen so gut, wie es vielfach dargestellt wird.“ Palas produziert hochpräzise Geräte zur Messung von Partikeln in der Luft und hat mehr als 400 Masken in den vergangenen drei Monaten getestet. Das Ergebnis: Acht von zehn Exemplaren würden bei kleinsten Aerosolpartikeln, mit denen auch Corona-Viren transportiert werden, deutlich weniger als die 94 Prozent der Schwebeteilchen zurückhalten.

Um den ganzen Artikel lesen zu können, bitte klicken Sie hier: Prüfchaos bei FFP-Masken

Palas GmbH entwickelt Exhalationsmessgerät zur Eindämmung von Pandemien

Palas GmbH entwickelt Exhalationsmessgerät zur Eindämmung von Pandemien

  • Universell einsetzbares Messgerät identifiziert ausgeatmete Partikel mit hochgenauer Größenauflösung und hilft, mögliche „Superspreader“, etwa von COVID-19 Viren, zu erkennen
  • Offizielle Produktvorstellung von Palas® Mitte September geplant
  • Patent für Messgerät zum sofortigen Nachweis der Partikelkonzentration in ausgeatmeter Luft angemeldet

Karlsruhe, 28. August 2020 +++ Die Palas GmbH, Experte für Aerosoltechnologie, hat am 27. August 2020 ein Patent für Messgeräte zum sofortigen Nachweis der Partikelkonzentration in ausgeatmeter Luft angemeldet. Mit dem innovativen, universell einsetzbaren Messgerät lassen sich Anzahl und Größe von Aerosolpartikeln schnell feststellen.

„Mit diesem Produkt setzen wir Maßstäbe in der Entwicklung und Herstellung von Aerosolmessgeräten der Atemluft“, sagt Dr. Maximilian Weiß, CEO der Palas GmbH. „Neueste Technologien, gepaart mit unserer umfangreichen Expertise im Bereich der Aerosole, machen dieses Exhalationsgerät besonders zuverlässig und exakt. So kann es helfen, sogenannte ‚Superspreader‘ zu erkennen. Dies kann gerade auch während der aktuellen COVID-19-Pandemie entscheidend zur Eindämmung beitragen.“

Wissenschaftlich beraten wurde Palas® von renommierten Experten wie Dr. Gerhard Scheuch, dem früheren Präsidenten der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin, sowie von den beiden Lungenspezialisten Prof. Dr. Dieter Köhler sowie Dr. Thomas Voshaar.

Für die Messung atmen zu testende Personen in das Exhalationsmessgerät – die Auswertung erfolgt unmittelbar: Das Gerät zeigt an, wie viele Partikel in welcher Größe in der ausgeatmeten Luft vorhanden sind. Die Viruspartikelgröße dient dabei als Indikator für eine potenzielle Erkrankung des Getesteten. Sogenannte „Superspreader“ können durch eine hohe Anzahl ausgeatmeter Aerosole erkannt werden. Die Palas GmbH leistet damit einen relevanten Beitrag, um das Verständnis der Übertragungs- und Ausbreitungsmechanismen bei aktuellen Forschungsthemen zu vertiefen.

Welche Rolle spielen Aerosole bei der Übertragung von Krankheiten wie COVID-19?

Aerosole sind ein Gemisch aus einem Gas sowie festen und/oder flüssigen Bestandteilen. Während die größeren exhalierten Tröpfchen schneller zu Boden sinken, zirkulieren kleinere Partikel länger in der Luft.  Das Robert Koch Institut beschreibt in seinem Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019, dass Aerosole, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, bei der Übertragung von SARS-CoV-2 eine Rolle spielen: beispielsweise, wenn viele Personen in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen zusammenkommen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits das Risiko einer Verbreitung von SARS-CoV-2 über Aerosole anerkannt. Rund 240 Wissenschaftler hatten in einem unterzeichneten Statement an die WHO darauf hingewiesen, dass die Übertragung durch Aerosole das aktuelle Pandemie-Geschehen wesentlich beeinflusst.

In die Entwicklung des neuen Exhalationsmessgerätes hat die Palas GmbH ihre langjährige Expertise für die Messung von Aerosolpartikeln eingebracht. Bereits im Juli 2020 hat das Unternehmen gemeinsam mit dem unabhängigen Prüfdienstleister TÜV NORD und der BASF ein neues Maskentestlabor auf dem Innovationscampus der BASF in Shanghai entwickelt, in dem Prüfmittel von Palas® Anwendung finden. Die Initiative unterstützt damit das Bundesministerium für Gesundheit bei der Beschaffung von Masken aus China für medizinische und nichtmedizinische Zwecke.

Der beim europäischen Patentamt angemeldete Antrag zielt auf den Patentschutz im internationalen Markt ab. Die offizielle Produktvorstellung plant Palas® für Mitte September. Die Patentanmeldung ist noch nicht offengelegt. Eine solche wird generell 18 Monate ab dem Anmeldetag veröffentlicht und erst danach stehen der Anmelderin Rechte aus der Patentanmeldung zu.

Über Palas®

Die Palas GmbH ist ein führender Entwickler und Hersteller von hochpräzisen Geräten zur Generierung, Messung und Charakterisierung von Partikeln in der Luft. Mit zahlreichen aktiven Patenten entwickelt Palas® technologisch führende und zertifizierte Feinstaub- und Nanopartikelmessgeräte, Aerosolspektrometer, -generatoren und -sensoren sowie dazugehörige Systeme und Softwarelösungen. Palas® wurde 1983 gegründet und beschäftigt am Unternehmenssitz in Karlsruhe rund 70 Mitarbeiter. Die Palas GmbH ist ein Tochterunternehmen der Brockhaus Capital Management AG (BKHT, ISIN: DE000A2GSU42), die im Prime Standard an der Frankfurter Börse notiert ist.

Weitere Informationen: www.palas.de

Kontakt:

Palas GmbH
Eva-Maria Erler
Head of Marketing & Communications
Telefon: 0721 96213 133
E-Mail: eva-maria.erler@palas.de

Agentur
USC – Ulrich Stockheim Communications
Svenja Lahrmann
Telefon: 0221 280665-18
E-Mail: presse@us-communications.de

BASF, TÜV NORD und Palas® gründen Labor in Shanghai zur Unterstützung professioneller und effizienter Maskentests

Neue Einrichtung am BASF Innovation Campus Shanghai ermöglicht schnelle Probentests von Atemschutzmasken aus China für das Bundesministerium für Gesundheit

Gemeinsam mit dem weltweit führenden unabhängigen Prüfdienstleister TÜV NORD und dem führenden Entwickler und Hersteller von Filtertestsystemen Palas® hat die BASF kürzlich ihr neues Maskentestlabor auf dem Innovationscampus des Unternehmens in Shanghai vorgestellt. Diese gemeinsame Initiative unterstützt das Bundesministerium für Gesundheit bei der Beschaffung von Masken aus China für medizinische oder nichtmedizinische Zwecke.

Innerhalb von zwei Monaten gebaut, ist das Labor mit erstklassigen digitalisierten Prüfmitteln von Palas® ausgestattet. Laborspezialisten können 40 Proben jeder Charge von Atemschutzmasken testen, die TÜV NORD täglich in Shanghai untersucht. Von TÜV NORD qualifizierte Masken werden im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie nach Deutschland verschifft.

„Die neue Einrichtung ermöglicht es uns, den Maskentestprozess und die Ergebnisse direkt in China durch Echtzeit-Datenübertragung zu überwachen“, sagt Jeffery Fan, Vizepräsident von TÜV NORD. „Wir freuen uns sehr, mit BASF und Palas® zusammenzuarbeiten, um die Masken effizient und professionell zu testen.“

Dies ist eine der zahlreichen Initiativen der BASF-Kampagne „Helping Hands“, die im März gestartet wurde. Die BASF bekämpft die Pandemie weltweit mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund 100 Millionen Euro. „Wir haben mit Partnern und relevanten Behörden zusammengearbeitet, um die Auswirkungen der Corona-Krise auf der ganzen Welt zu mildern“, sagt Stephan Kothrade, Präsident und Vorsitzender von Greater China, BASF. „Wir sind glücklich, mit TÜV NORD und Palas® in China zusammenzuarbeiten, um diese Initiative zu unterstützen, die mehr Menschen helfen könnte.“

Dr. Maximilian Weiß von der Palas GmbH im F.A.Z Interview: „Viele Masken sind nicht sauber geprüft“

Ausblick aus dem Brockhaus Technologies Büro auf Frankfurt

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2020, Unternehmen (Wirtschaft), Seite 19

Deutschland diskutiert über den Schutz: Werden Viren wirklich abgehalten?

Maximilian Weiß ist Geschäftsführer der Palas GmbH in Karlsruhe, die mit knapp 70 Beschäftigten Geräte zur Messung feinster Partikel, zum Beispiel Feinstaub, herstellt. Sie kommen unter anderem im Straßenverkehr zum Einsatz. Seit kurzem misst Palas auf eigenen Prüfständen auch die Viren-Durchlässigkeit von Gesichtsmasken.

Lassen sich Viren genauso messen wie Feinstaub?
Im Grunde ja. Es geht darum, ob oder wie stark Masken Partikel zurückhalten. Aber es ist anspruchsvoller, weil es sich bei Viren um Nanopartikel handelt.

Was bedeutet das?
Viren sind kleinste Partikel, sie bewegen sich um 100 Nanometer herum, wiegen so gut wie nichts und werden von einfachen Masken wesentlich schlechter zurückgehalten als grobe Feinstaubpartikel oder Tröpfchen. Es ist schwieriger, sie zu messen – aber nicht unmöglich. Bakterien zum Beispiel sind viel größer.

Warum ist es überhaupt nötig, die Durchlässigkeit zu testen – alle Masken sind schließlich genormt, das lässt doch generell einen gewissen Schutz vor Viren vermuten?
Professionelle Atemschutzmasken, wie sie zum Beispiel die Feuerwehr benutzt, bieten einen guten Vollschutz, da wird die Luft durch den Filter gereinigt. Aber weil wir nicht alle rumlaufen können wie im Ersten Weltkrieg, benutzen viele Menschen einfachere Masken, und da sieht die Sache schon anders aus.

Wie denn?
Für diese Halbmasken mit einem Gummiband als Halterung gibt es eine andere Norm, die EN 149, und als die eingeführt wurde, hat wohl niemand an so etwas wie Covid-19 gedacht. So erkläre ich mir das jedenfalls. Diese Masken halten zwar Tröpfchen zurück und schützen damit andere. Aber inwieweit sie den Träger schützen, ist ungewiss. Die Norm enthält nur einen groben Wert zur Rückhaltefähigkeit der Masken, mehr nicht. Entscheidend ist aber der Nano-Bereich, denn hier bewegen sich die Viren. Den deckt die Norm nicht ab. Dabei ist es ganz einfach: Große Partikel bleiben in einem Vlies eher hängen, die kleinen gehen durch.

Wie sieht es mit den Masken aus, die Textilhersteller wie Trigema oder Mey jetzt auf den Markt bringen?
Das ist vergleichbar. Ich finde es gut, wenn solche Unternehmen Masken zur Verfügung stellen, denn es gibt zu wenige davon. Aber über den Schutz anderer geht auch das nicht wesentlich hinaus. Man weiß auch bei diesen neuen Masken nicht, wie hoch der sogenannte Durchlassgrad ist. Zum Teil sind diese neuen Masken auch gar nicht sauber geprüft. Man schützt sich mit ihnen zwar auch selbst, aber es ist nicht greifbar, wie sehr.

Was ist mit den Masken nach sogenanntem FFP3-Standard, denen ein Virenschutz zugeschrieben wird?
Sie bieten einen wesentlich besseren Schutz, aber auch diese Masken können nach Norm eine erlaubte Leckage von bis zu 5 Prozent haben. Bis zu 5 Prozent der eingeatmeten Luft werden also überhaupt nicht gefiltert! Außerdem ist die nach Norm angegebene Schutzwirkung von mindestens 99 Prozent für den Anteil der bei der Einatmung gefilterten Luft irreführend. Man könnte das so verstehen, dass von 100 Viren “nur” ein Virus durch den Filter hindurchkommt. Dies ist aber nicht so. Das Messverfahren, das für diese Messungen eingesetzt wird, spiegelt die Schutzwirkung von weit größeren Partikeln wieder. Die Schutzwirkung bei kleineren Viren ist in der Regel wesentlich geringer.

Schals als Virenschutz fallen bei Ihnen sicher erst recht durch.
Auch die halten natürlich Tröpfchen zurück. Aber das ist nichts anderes, als wenn man in die Armbeuge hustet oder niest. Alle möglichen Leute basteln gerade ja auch aus irgendwelchen Materialien Masken – das ist schon grenzwertig. Es wird ein Schutz angenommen, den es gar nicht gibt.

Die Fragen stellte Uwe Marx.

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